Wenn Kinder unsere größten Lehrer sind – und wir endlich wieder anfangen, zu sehen

Bevor ich Mama wurde, dachte ich, Vorbilder sind Menschen, die mehr wissen als ich.
Menschen mit mehr Erfahrung, mehr Wissen, mehr Klarheit.
Heute weiß ich: Meine größten Vorbilder nennen mich Mama.

Mein erstes Kind hat mich wachgerüttelt.
Es hat mich gespiegelt, getriggert, herausgefordert – und gleichzeitig an etwas erinnert, das tief in mir geschlummert hat: an mich selbst.
Mein zweites Kind hat mich gelehrt, Frieden zu schließen.
Mit dem Leben, mit meinem Partner, mit dem, was ist.
Mein drittes Kind – sie ist mein inneres Kind in Reinform.
Sonne pur.
Sie ist wild, zart, ehrlich, klar und frei.
Sie trägt diese magische Ruhe in sich – dieses „Ich bin gut, so wie ich bin“.
Sie zeigt mir, wie schön es ist, einfach mit sich selbst in Frieden zu sein.
Wie heilsam es sein kann, allein zu spielen, zu beobachten, einfach zu sein.

Und dann ist da mein viertes Kind.
Dieses kleine Wesen, das mich jeden Tag daran erinnert,
wie leicht Mut sein kann.
Wie schön Vertrauen ist, wenn man sich hingibt.
Wie natürlich es ist, Liebe zu leben, ohne sie zu hinterfragen.
Dieses Kind zeigt mir, dass wir nicht erst alles wissen müssen, um loszugehen –
sondern dass wir einfach gehen dürfen.
Dass wir uns zeigen dürfen, wie wir sind – mit all unserer Echtheit, Liebe und Lebendigkeit.

Wenn ich sie alle ansehe, spüre ich:
Sie sind nicht nur meine Kinder.
Sie sind meine Spiegel, meine Lehrer, meine Rückverbindung zum Leben.

Wenn Kinder uns erinnern, wer wir sind

Ich wollte meinen Kindern zeigen, wie man lebt.
Doch sie zeigen mir jeden Tag, was Leben wirklich bedeutet.

Kinder leben Verbindung.
Sie verzeihen schnell.
Sie lachen, auch wenn sie eben noch geweint haben.
Sie fragen, wenn sie etwas wissen wollen.
Sie hören auf ihren Körper, ohne zu hinterfragen.
Sie spüren, was sie brauchen – und sie nehmen es sich.

Sie bringen uns bei, langsamer zu werden.
Sie zeigen uns, dass Glück kein Ziel ist.
Dass Liebe kein Tauschgeschäft ist.
Und dass Vertrauen etwas ist, das nicht erlernt, sondern erinnert werden will.

Vielleicht sind Kinder gar nicht unsere Schüler,
sondern unsere Lehrer.
Vielleicht sind sie nicht unser Spiegel,
sondern unser Licht.

Zwischen Leichtigkeit und Verantwortung

Ich denke oft an das Lied „Abenteuerland“ von Pur.
„Komm mit ins Abenteuerland – der Eintritt kostet den Verstand.“
Wie wahr das ist.

Wenn wir Eltern werden, verlieren wir oft genau dieses Abenteuerland.
Wir werden vernünftig, planen, funktionieren.
Wir glauben, das Leben müsse in Ordnung, in Strukturen, in Sicherheiten passen.
Doch Kinder holen uns genau da wieder ab.

Sie öffnen die Tür zu einer Welt,
in der Wunder selbstverständlich sind,
in der Lachen lauter ist als Sorgen,
und in der wir uns erinnern,
wie es sich anfühlt, lebendig zu sein.

Wie schön wäre es,
wenn wir ihnen unsere Welt zeigen –
und sie uns ihre?

Wenn wir uns gegenseitig an die Balance erinnern:
zwischen Leichtigkeit und Verantwortung,
zwischen Träumen und Tun,
zwischen Kind-Sein und Erwachsen-Sein.

Denn beides gehört zum Leben.
Und genau da, wo sich ihre Welt und unsere begegnen,
da entsteht das echte Leben.

Wenn wir uns wieder erlauben, Kind zu sein

Meine Kinder holen mich immer wieder zurück ins Jetzt.
Sie erinnern mich daran, zu staunen.
Zu fragen.
Zu fühlen.
Zu spielen.
Zu leben.

Und sie zeigen mir, dass Erziehung keine Einbahnstraße ist.
Dass Elternschaft ein Miteinander ist – ein Spiegel, ein Tanz, ein Abenteuer.

Ich habe gelernt, dass jedes Kind etwas anderes in uns berührt.
Mein erstes Kind – mein Mut.
Mein zweites – mein Frieden.
Mein drittes – meine Leichtigkeit.
Mein viertes – mein Vertrauen.
Und alle zusammen – meine Wahrheit.

Wenn ich sie ansehe, spüre ich:
Ich wollte ihnen das Leben beibringen –
doch sie lehren mich jeden Tag, wie man lebt.

Vielleicht geht es im Elternsein gar nicht darum, perfekt zu führen,
sondern gemeinsam zu wachsen.
Vielleicht geht es nicht darum, sie zu formen,
sondern uns von ihnen erinnern zu lassen.

An das, was wirklich zählt:
Liebe. Vertrauen. Präsenz.

Fazit

Kinder brauchen keine perfekten Eltern.
Sie brauchen Eltern, die bereit sind, sich selbst zu begegnen.
Die bereit sind, zu lernen, zu lachen, zu fühlen – und immer wieder aufzustehen.
Denn das ist, was sie uns vorleben.

Sie sind unsere Erinnerung an das Leben selbst.
Und vielleicht ist das das größte Geschenk überhaupt.

💫
Was zeigt dir dein Kind jeden Tag aufs Neue?
Was hat dich dein Kind gelehrt, das du sonst vielleicht nie erkannt hättest?
Schreib’s mir gern in die Kommentare.

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